Marion Schreiner

Thriller Autorin

Marion Schreiner ist darauf bedacht, ihren Lesern immer einen Mehrwert zu bieten. Egal ob es um Zusatzmaterial für ihre Bücher geht oder darum ihre Leser immer wieder mit neuen Aktionen zu überraschen.

In diesem Interview gibt sie Einblicke in ihre Onlinemarketingarbeit.

Steckbrief

Die Webpräsenz von Marion Schreiner
Autoreninterview Marion Schreiner

Namen: Marion Schreiner                Autorin seit: 1996

Jahrgang: 1963

Genre: Psychothriller

Social Media Profile

 

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Interview zum Thema Onlinemarketing für Autoren

zwischen Helen Schmidt und Marion Schreiner

Helen:
Liebe Marion, du hast die 2.000er „gefällt-mir-Marke“ bei Facebook geknackt. Wie wichtig schätzt du Facebook im Vergleich zu anderen Marketingmaßnahmen für dich ein?

Marion:
Hallo, liebe Helen! Erst einmal herzlichen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Das schätze ich sehr.
Zu deiner Frage: Facebook ist derzeit die wichtigste Werbe –und Kontaktplattform für mich, weil ich dort sehr viele tolle Leser finde, die mich unterstützen und in gutem Kontakt mit mir stehen. Ich habe bisher noch keine andere Plattform gefunden, auf der es so gut funktioniert.

Helen:
Du bist in vielen Facebook-Gruppen aktiv und postest dort deine Bücher. Oft hört man, dass sich das nicht auf die Verkaufszahlen auswirkt. Wie ist das bei dir?

Marion:
Das habe ich anders erfahren. Ich treffe in diesen tollen und oft sehr gut organisierten FB-Buchgruppen und Bloggergruppen auf neue tolle Leser, die mir einen ermutigenden Kommentar hinterlassen oder mit mir ins Gespräch kommen. Es sind zum Teil Leser, die meine Autorenseite nicht kennen und die ich mit meinen Postings neugierig machen kann. Das wirkt sich jedes mal auf meine Verkaufszahlen positiv aus. Wenn ich z.B. eine Werbekampagne mit einem Buch starte, sehe ich am nächsten Tag, dass es im Ranking gestiegen ist, also der Verkauf auch angestiegen ist. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich meine Werbung sehr abwechslungsreich gestalte und viel Zeit dafür investiere.

Helen:
Wie stehst du zu bezahlter Facebook Werbung?

Marion:
Das ist eine gute Frage. Ich bin sehr analytisch und experimentierfreudig veranlagt und habe beides ausprobiert, also Werbung bezahlt oder Werbung nur auf meine Autorenseite, um ein Ergebnis zu erzielen. Ich habe nicht das Gefühl, dass es sich auf meine Verkaufszahlen auswirkt, aber es hat einen anderes guten Effekt: Die Werbung wird vielfach geliked und somit kann ich neue Leser auf meine Autorenseite einladen und die Erreichbarkeit meiner Werbekampagnen erweitern. Dafür lohnt es sich auf jeden Fall, einen kleinen monatlichen Betrag zu investieren. Jeder Leser ist Gold wert!

Helen:
Wie viel Zeit investierst du in Facebook Werbung?

Marion:
Am Tag im Schnitt drei Stunden. Wenn ein neues Buch erscheint bereite ich ein umfangreiches Programm vor und benötige im Schnitt 5 Stunden.

Helen:
Du lässt dir immer wieder neue Aktionen für deine Leser einfallen. Was bietest du bei dem „Leser des Monats“ an und was hat es mit deiner Strickleidenschaft auf sich?

Marion:
Ja, das sind ganz lustige Sachen! Ich bin ein Mensch, der oft andere Wege geht und sucht, als man kennt. Ich probiere gerne lustige und schöne Sachen aus, um mit den Lesern viel Spaß zu haben. Den „Leser des Monats“ habe ich 2016 ins Leben gerufen, weil mich so viele Leser beim Teilen meiner Werbung unterstützen. Ich finde das so großartig, dass ich dachte, ich sollte sie dafür belohnen. So begann ich alle Namen, die meine Werbung öffentlich teilen in einen Lostopf zu sammeln und ziehe jeden Monat am 1. einen Leser heraus. Der darf sich ein Gratis Taschenbuch von mir aussuchen.
Dazu gibt es immer ein Lesesöckchen, wobei ich schon bei dem zweiten Teil der Frage bin. Diese Lesesöckchen als Lesezeichen haben die Leser praktisch selbst ins Leben gerufen. Ich verloste vor zwei Jahren zu Weihnachten mal richtige Socken als „Krimi-Socken“, frei nach dem Motto „warme Füße beim Lesen“. Dann hatte ich mal aus Spaß eine ganz kleine Socke als Schlüsselanhänger gestrickt und auf meine Autorenseite gepostet. Damit nahm die Sache ihren Lauf.
Eine Leserin schrieb: „Stell doch mal Lesezeichen damit her“. Das habe ich getan und sie wurden ein Renner! Da ich in Großbritannien lebe und das Versenden von Büchern (wenn sie handsigniert sein sollen) echt teuer ist, lege ich den Lesern ein Gratis Lesesöckchen bei.
Ansonsten kann man diese Lesezeichen auch bei mir bestellen. Ich fertige nur Unikate an. Es macht einfach Spaß!

Helen:
Hast du noch weitere Projekte von denen du berichten möchtest?

Marion:
Oh ja, ich habe ein ganz besonderes Projekt im Kopf neben dem Schreiben meiner Bücher! Ich möchte in diesem Jahr eine neue Art von Buch herstellen lassen. Nicht inhaltlich, sondern optisch. Möchte aber noch nichts verraten, weil es den Überraschungseffekt nimmt.

Helen:
Zu Weihnachten hast du eine große Verlosungsaktion gestartet? Es gab für deine Fans die Aufgabe deinen Beitrag einfach zu kommentieren. Viele Autoren bitten bei Gewinnspielen darum, den Beitrag zu teilen, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Warum gehst du den leserfreundlichen Weg?

Marion:
Das ist ganz einfach: Weil das schon ganz viele freiwillig machen, ohne dass ich darum bitten muss. Der Kommentar, den die Leser jeweils abgeben müssen, ist im Prinzip schon der Weg in die Sichtbarkeit. Zudem bezwecke ich bei meinen Verlosungen immer, die Leser zu belohnen und nicht nur rein geschäftliche Dinge zu verfolgen. Ich denke, dass meine Werbung, die ich auf meine Seite poste und die oft geteilt wird, schon einen guten Werbecharakter hat. Immer mehr Leser reden in Buchgruppen über meine Bücher, die ja doch etwas anders sind, als viele andere. Ich bin eine sehr geduldige und solide Autorin und meine Bücher können auf ihre Leser auch warten. Hauptsache, sie werden eines Tages entdeckt…

Helen:
Warum bist du auf Twitter nicht so aktiv?

Marion:
Gute Frage! Ich habe zu wenig Follower und ich mag all diese technischen Sachen nicht so sehr. Die Technik überfordert mich oft und ich konzentriere mich lieber auf das, was ich kann und auch mag. Eigentlich will ich doch nur Bücher schreiben… Also muss ich mir dafür auch Zeit einräumen. Und wenn ich immer mehr Info-Wege beschreite, bleibt mir immer weniger Zeit für kreative Gedanken. Ein Teufelskreis in der heutigen Zeit.
Ich lasse meine Leser auch immer wieder wissen, dass ich mit der Technik oft nicht mithalten kann und solide bei FB und meiner Website bleibe.

Helen:
Buchtrailer sind ja im Moment sehr beliebt, du hast einige Buchtrailer online. Erstellst du diese für jedes Buch und bemerkst du ein größeres Interesse der Leser, als vielleicht bei einem Bild?

Marion:
Ja, ich erstelle mit meinem Mann alle Trailer selbst. Deswegen sind sie auch nicht sehr professionell, dafür aber mit viel Freude gemacht. Ich möchte gerne authentisch bleiben und nicht jemand sein, der ich nicht bin. Das Interesse an Trailern ist bescheiden. Wenn er neu ist, schauen viele rein, aber dann sind sie uninteressant. Ich werde demnächst mal wieder mehr mit Youtube-Lesungen arbeiten. Habe ja mal ein ganzes Buch „Es blieb nur dieser Blick“ für meine Leser vorgelesen, das jederzeit gratis verfügbar ist. War unglaublich viel Arbeit… hat aber Spaß gemacht!

Helen:
Wie sind deine Erfahrungen mit Buchbloggern?

Marion:
Absolut klasse!! An dieser Stelle noch mal herzlichen Dank an alle Blogger, die sich bisher Zeit für mich genommen haben. Ich platziere im Gegenzug als Dank gerne ihre Arbeit fest auf meiner Website. Zu finden ist sie unter dem jeweiligen Buch, zu dem der Blog verfasst wurde. Wenn es ein allgemeiner Blog zu meiner Arbeit als Autorin ist, platziere ich ihn unter „über mich“. Zu finde ist das immer unter „Bonusmaterial“ auf der jeweiligen Seite. Ich bin eine große Teamplayerin und liebe Fairness und ehrliche soziale Vernetzung.

Helen:
Als Selfpublisherin bist du nicht nur Autorin. Du musst die komplette Verlagsarbeit nebenher stemmen. Wie hast du dich auf das Thema Onlinemarketing vorbereitet?

Marion:
Oh, ein großes Thema! Da ich vor 20 Jahren schon einmal einen Kleinverlag hatte, sind mir ein paar Sachen bekannt. Leider musste ich damals genau wegen der Werbekosten den Verlag wieder schließen. Doch die technische Entwicklung bot immer mehr Möglichkeiten. Das Internet hat es möglich gemacht, Werbung weitgehend kostenfrei zu gestalten und umzusetzen. Ist aber teuflisch viel Arbeit! Ich musste mich sehr mühsam über viele Jahre in diese Branche hineinarbeiten. Mein Sohn ist Programmierer und hat mir viele gute Tipps gegeben, und mein Mann übernimmt viele technische Arbeiten auf meiner Website, so dass ich eher der kreative Kopf bin. Bei der Umsetzung brauche ich immer Hilfe.
Ich lese sehr viel über Werbung und experimentiere auch gerne herum. Von einer Vorbereitung kann ich nicht sprechen. Ich habe einfach angefangen und geschaut, wo es mich hinführt. Bin jetzt sieben Jahre dabei und vor zwei Jahren habe ich den Sprung in die Vollzeitarbeit als Autorin geschafft. Lebe also davon. Klappt!!

Helen:
Deine Bücher verkaufen sich nicht nur nach ihrer Veröffentlichung. Du bist eine Longseller-Autorin. Wie findest du das Vorgehen, dein Buch für 99 Cent zu Beginn zu pushen, um eine möglichst hohe Platzierung zu erreichen?

Marion:
Das habe ich lange Zeit gemacht, um neue Leser zu finden. Und es war jedes mal erfolgreich.
Doch letztes Jahr ist etwas in mir passiert, was ich als innerliche Schmerzen beschreiben kann. Als ich „Pat im Wald“ herausbrachte, hat es mir fast das Herz gebrochen, das Buch für 99 Cent praktisch zu verschleudern, als wäre ich mir nichts mehr wert. Hinter meinen Büchern steht ein wahnsinnig großer Kostenapparat von professionellem Lektorat, Werbekosten, Webseitepflege und sehr, sehr viel Zeit und Engagement. Ich verlor plötzlich meinen Selbstrespekt als Autorin. Durch die Schwemme von 99 Cent Büchern wird es auch immer schwerer, eine hohe Platzierung zu erreichen.
Ich habe mich entschieden, meine Bücher von Anfang an zu einem stabilen eBook-Preis von 2,99 € herauszugeben. Das hat sich viel besser für mich angefühlt und sich als sehr gut erwiesen, denn das Buch war nicht weniger erfolgreich. Taschenbücher kann ich ja auch nicht „billiger“ herausgeben. Damit wären meine Taschenbuchleser in diesem Bereich benachteiligt. Das ist unfair, weil sie mir genauso viel wert sind. Ich kenne keinen bekannten Autor in einem seriösen Verlag, der in Buchhandlungen seine Bücher direkt zu Beginn verschleudert. Ich denke, das Prinzip des 99 Cent eBooks ist sehr gut für Neuautoren, die sich einen Leserkreis aufbauen müssen. Sicher muss ich auch immer neue Leser suchen, aber ich möchte diese Verkaufsform doch lieber meinen neuen Kollegen überlassen und finde, dass ich mich als „gestandene“ Autorin davon abgrenzen sollte, in dem ich meine Preise stabilisieren.
Ich sehe es als Qualitätsbeweis und habe mich zu einer „Hopp oder Topp“-Methode entschieden. Die Leser sollen entscheiden, ob ich weiterhin als Autorin auf dem Markt bleibe und meine Qualität genug ist. Ich möchte nämlich nicht mehr „um jeden Preis“ Autorin sein und empfinde es als eine ganz normale Entwicklung nach all den Jahren harter Arbeit.

Helen:
Hast du ein Konzept für das Posten von Inhalten oder lässt du dich dabei einfach spontan inspirieren?

Marion:
Ich lasse mich tatsächlich spontan inspirieren, weil ich nicht jeden Tag die gleiche Kondition habe. Meine Postings sind auch abhängig von Themen, die z.B. Leser in den Buchgruppen diskutieren, oder ob eine gute Rezension reingekommen ist. Wenn ein neuer Blog über mich erscheint oder eine Buchvorstellung über eines meiner Bücher läuft. Ich nehme solche Informationen sofort auf, wenn ich sie finde. Deswegen bitte ich meine Leser immer, meinen Namen zu markieren, wenn sie wollen, dass ich es lesen. Spontane Werbung hat sich bisher als die Beste erwiesen, weil sie auch für die Leser abwechslungsreich ist. Das bedeutet aber auch viel Aufmerksamkeit den Lesern gegenüber.

Helen:
Wie empfindest du die Onlinekommunikation mit deinen Lesern?

Marion:
Einfach super! Ich bin oft von den Kommentaren überwältigt. Sie sind mein Motor zum Weitermachen.

Helen:
Dein neuer Roman steht in den Startlöchern. Wie gehst du bei einem neuen Buch an das Thema Marketing heran?

Marion:
Das ist immer wieder eine neue Herausforderung. Was heute läuft, klappt morgen vielleicht nicht mehr. Ich habe erlebt, dass der Erfolg jedes mal anders ist. Es gab Bücher, die sofort auf Platz #1 der Psychothriller landeten und beim nächsten Buch versagte das Konzept plötzlich. Ich versuche mir jedes mal eine Art Struktur aufzubauen, habe aber noch kein „Grund-Konzept“ dafür gefunden. Dabei könnte ich wirklich Tipps und Hilfe benötigen.

Helen:
Wenn du dir eine perfekte Online Marketing Präsenz vorstellen würdest. Wie sähe diese für dich aus?

Marion:
Dass ich eine Art Zeitplan hätte, den ich mit bestimmten Aktionen fülle, die vorher festgelegt werden. Bisher fand ich es ganz toll, ein Buch jedes mal anders starten zu lassen. Mal mit einem Rätsel, mal mit Youtube-Aufnahmen, mal mit Leseproben. Doch eine solche Gestaltung kostet viel Zeit. Ich wäre dankbar, jemanden zu haben, der mir sagt, welche Form von Ankündigung für das neue Buch optimal wäre. Ich meine, Bücher sollten eine individuellen Start haben, wobei der Inhalt gut zum Tragen kommt.

Helen:
Viele Kollegen scheuen sich noch etwas vor einer Onlinepräsenz. Welche Hinweise möchtest du anderen Autoren in Bezug auf das Thema Online Marketing geben?

Marion:
Nicht so viel Nachdenken, sondern einfach mit dem anfangen, was man kennt oder von dem man glaubt, es könnte funktionieren. Bitte die Freude an der Sache berücksichtigen. Ich denke, wenn einem Autor die Werbung keinen Spaß macht, dann spüren die Leser das. Dann würde es Sinn machen, sich professionelle Hilfe zu holen. Doch als Anfänger ist das schwer, weil es ein finanzieller Faktor ist. Vielleicht sollte der Autor darüber nachdenken, wie sehr er sich über einen Leser freut, der eine gute Rückmeldung gibt. Das hilft beim Gestalten der Werbung. Außerdem ist es wichtig, die eigene Überzeugung für sein Buch zum Ausdruck zu bringen…

Helen:
Möchtest du noch auf weitere Onlinemarketing Themen oder Bereiche eingehen, die bisher keine Berücksichtigung gefunden haben?

Marion:
Ja, mir liegt ein Thema sehr am Herzen: die Unabhängigkeit. Es bereitet mir oft Sorgen was passiert, wenn sich meine Seiten in FB plötzlich löschen oder durch einen Hacker vernichtet werden. Ein weiteres Standbein wäre auf jeden Fall gut. Welches wäre das beste, um meine Leser auch außerhalb von FB zu erreichen und woran sie Freude haben?

Vielen Dank für das Interview! Ich wünsche allen Lesern, Bloggern, Buchgruppen, Kollegen und Freunden meiner Bücher weiterhin viel Spaß mit meiner Arbeit.
Vielen Dank, liebe Helen, für die Möglichkeit, hier einiges mitzuteilen, das mir als Selfpublisherin auf dem Herzen lag.

Liebe Grüße, eure Autorin Marion Schreiner

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