Laura Newman

Autorin, Buchcoverdesignerin und Youtuberin

Laura ist nicht nur selbst Autorin. Sie gestaltet auch Buchcover, Banner, Trailer, Printmaterialien und Werbegrafiken für Self Publisher, Hybrid-Autoren und Verlage.

Steckbrief

Die Webpräsenz von Laura Newman
Autorinneninterview mit Laura Newman

Namen: Laura Newman           Autorin seit: 2013

Jahrgang: 1983

Genre: Dystopie, Fantasy, Sci-Fi-Thriller

Social Media Profile

               

 

Interview zum Thema Onlinemarketing für Autoren

zwischen Helen Schmidt und Laura Newman

Interview

Helen:
Ich habe dich über deinen Youtube Kanal entdeckt. Du bist gelernte Mediengestalterin und ein Allroundtalent, was die Buchbranche angeht. Nicht nur als Buchtuberin erfolgreich, sondern auch als Coverdesignerin und natürlich Autorin.
Wahnsinn!
Welche Social Media Kanäle sind für dich als Autorin wertvoll?

Laura:
Am Liebsten mag ich wohl YouTube und Instagram, weil man sich hier kreativtechnisch so richtig austoben kann. Jedoch bietet Facebook nach wie vor ein paar enorme Vorteile, insbesondere was das Marketing betrifft. Auf Instagram präsentieren sich Autor und Leser gleichermaßen wenige Möglichkeiten zu interagieren. Links können nicht geklickt werden und man kann nur über Tricks und Umwege wertvolle und weiterführende Informationen zu seiner Person/Marke hinterlegen.
Letztlich spielen aber alle Plattformen eine wichtige Rolle im Rahmen meiner Social-Media-Präsenz.

Helen:
Alle deine Bücher haben viele gute Rezensionen. Wie hast du das geschafft? Natürlich neben der Tatsache, dass du die Geschichte gut rezählt hast.

Laura:
Vermutlich war es tatsächlich die Geschichte, die bei Lesern, welche mich nicht aus meinen Videos oder Posts kennen, die gepunktet hat. Insgesamt spielt natürlich immer auch die Qualität des »Produkts« eine wichtige Rolle. Ist der Text fehlerfrei? (Soweit das möglich ist, denn selbst in Verlagspublikationen finden sich natürlich immer wieder Fehler). Kann das Cover überzeugen? Sind Buchsatz und Gestaltung harmonisch und unterstützen den Lesefluss, anstatt ihn zu erschweren? Diese Dinge spielen bei der Bewertung meiner Bücher sicher eine Rolle.

Allerdings weiß ich auch, dass meine Zuschauer und Follower mir gegenüber eine starke Bindung empfinden. Vermutlich würde also jemand, der mich mag, jedoch keinen großen Spaß an der Geschichte hatte, dennoch keinen grausamen Verriss verfassen. Auch Sympathie spielt hier, wenn auch nur am Rande, eine Rolle.

Helen:
Wie findest du Buchblogger und Testleser für deine Werke?

Laura:
Ich gestehe, dass ich hier im letzten Jahr etwas nachgelassen habe. Die Zeit reichte schlicht nicht aus, um weiterhin überdurchschnittlich engagiert vorzugehen. Jedoch habe ich insbesondere im ersten und zweiten Jahr meiner Autorentätigkeit viele BookTuber und Blogger direkt angeschrieben und ihnen meine Werke vorgestellt. Schnell wurden aus Bekanntschaften Freundschaften und so ist ein Großteil meiner Testleser-Verbindungen aus früheren Projekten und Schriftwechseln entstanden. Ab einem gewissen Punkt hatte ich das große Glück, dass Blogger und andere interessierte Leser, auf mich zugekommen sind. Außerdem vergibt mein Verlag und auch mein bevorzugter Distributor (BoD) Rezensionsexemplare an vertrauenswürdige Blogger.

Helen:
Was ist aus Marketingsicht der Vorteil einer Reihe. Der erste Teil muss meist anders beworben werden, als die Nachfolgenden. Wie gehst du hier vor?

Laura:
Reihen sind immer riskant. Sollte der erste Band nicht gut laufen, fehlt es schnell an Motivation, um weiterzuschreiben. Oder schlimmer. Man hat bereits alle Bände im Vorfeld fertig und stürzt sich nach dem Flop des ersten Teils in Unkosten, um die Folgebände herauszubringen.

Im Umkehrschluss ist ein erfolgreicher erster Band natürlich Goldwert. Er wird seine Nachfolger mitziehen und erleichtert einem somit das Marketing ungemein. Ich persönlich bewerbe alle meine Bücher gleich, egal ob sie Teil einer Reihe sind oder ob es sich um Einzelbände handelt. Allerdings hat man bei Folgeteilen natürlich immer die wunderbare Möglichkeit den ersten Band zum Erscheinen zu verlosen.

Helen:
Deine Reihen haben eine eigene Internetseite, so auch du als Autorin selbst. Worin liegt der merkliche Mehrwert für einen so breit gefächerten Onlineauftritt? Würde eine Autorinnen-Seite nicht reichen?

Laura:
Hier gehe ich, wie so oft, von meinen eigenen Vorlieben aus. Wenn ich ein gutes Buch beendet habe, bin ich meist traurig darüber, dass es nun vorbei ist. Ich stöbere anschließend gerne im Netz und schaue, ob es eventuell weiteren Content oder nette Goodies zum Thema gibt. Deswegen haben meine Reihen eigene Websites. Hier kann der Leser auf den nächsten Band hinfiebern oder sich Wallpaper herunterladen, um die Geschichte auch weiter um sich zu haben.

Helen:
Du bist auch Verlagsautorin, hast du dadurch weniger Arbeit, bezogen auf das Thema Marketing?

Laura:
Im Grunde schon. Allerdings beteiligen sich auch Verlagsautoren heutzutage stark – und vor allem auf eine persönliche Weise – am Marketing rund um ihre Werke. Ich würde ebenfalls dazu raten. Besonders, wenn man bereits eine Fanbase hat, sollte man diese auch in die Entstehungsprozesse und den Werdegang der Verlagsveröffentlichungen mit einbeziehen.

Helen:
Wie gehst du an eine Neuveröffentlichung heran? Hast du einen Marketingplan dem du folgst? Wie sieht dieser aus?

Laura:
Ich folge einem gewissen Schema. Das kann man wohl so sagen. Zunächst begleiten meine Zuschauer und Follower mich während des gesamten Entstehungsprozesses und durchleben sämtliche Höhen und Tiefen mit mir. Meist gibt es mehrere Monate vor der Veröffentlichung eine Cover-Enthüllung und dann später den Buchtrailer, der Lust auf den Stoff machen soll. In der »heißen« Phase lade ich alle zu einem Facebook-Flashmob ein. Auch hier präsentiere ich Goodies und Infos rund um das neue Buch. In den ersten Tagen des Erscheinens verlose ich dann Gutscheine oder Taschenbücher unter allen »Mobbern«.

Helen:
Ist die Buchtuber-Gemeinschaft anders organisiert als die Buchblogger-Gemeinschaft? Wo liegen die Unterschiede?

Laura:
Ich würde schon sagen, dass sich die beiden »Spezies« sehr ähneln. Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber in der Regel folgen Blogger und Tuber einer wiederkehrenden Struktur. Sowohl in schriftlicher als auch in visueller Form wäre das z. B. eine kurze und spoilerfreie Inhaltsangabe, der eigene Eindruck und die Meinung zu Geschichte und Protagonist, sowie ein abschließendes Fazit mit einer Bewertung.

Helen:
Wie sind deine Erfahrungen mit Twitter? Für welche deiner Tätigkeiten nutzt du es? Stehst du hier in engem Kontakt mit deinen Lesern?

Laura:
Tatsächlich mag ich Twitter gar nicht. Ich finde es nicht gut, wenn meinem Output Grenzen gesetzt werden. Auch wenn ich mich gerne an gängige Empfehlungen, was z. B. die Länge eines YouTube-Videos oder den Inhalt eines Instagram-Posts halte, so möchte ich doch selber entscheiden, wie lang der Text, den ich der Welt mitteilen möchte, ist.

Helen:
Wie waren deine Erfahrungen auf der Frankfurter Buchmesse 2017?

Laura:
Es war wieder einmal gigantisch! Am Samstag lagen meine Termine so eng, dass ich teilweise das Gefühl hatte, in einer Zeitschleife zu stecken. Ich hatte wahnsinnig viel Spaß, insbesondere am Messestand von BoD, wo ich zusammen mit Sissi Kandziora eine Signierstunde halten durfte. Aber auch die Lesung mit meinen Kolleginnen war wieder sehr schön und selbst das Wetter war ein Traum.

Helen:
Als Mediengestalterin ist die Erstellung von Bildern und Grafiken für dich ein leichtes. Hast du einen Tipp für Autoren, wie sie diese Hürde überwinden können und wie sie zu guten Bildern kommen?

Laura:
Glücklicherweise gibt es heute einige Tools, die man meist sogar kostenlos nutzen und so eine gewisse Einheitlichkeit erzielen kann. Auf keinen Fall würde ich dazu raten, wahllos in Word, Powerpoint, Paint und Co herumzuprobieren. Bei besonders wichtigen Dingen, wie dem Cover oder Printwerbemitteln, sollte immer ein Designer mit respektabler Reputation beauftragt werden. Für nützliche und alltägliche Grafiken eignen sich jedoch durchaus Tools wie z. B. canva.com.

Helen:
Du bist auch Coverdesignerin, worauf kommt es bei einem gute Cover an?

Laura:
Stilistisch ist das schwer zu verallgemeinern, da die Umsetzung hier stark vom Genre abhängt. Weiterhin haben die heutigen Medien ganz neue Kriterien erschaffen, die bei der Gestaltung beachtet werden müssen. So muss ein Buchcover auch in Briefmarkengröße im Online Shop oder auf dem E-Reader gut erkennbar sein und wirken. Besonders wichtig ist jedoch nach wie vor ein auf die jeweilige Zielgruppe maßgeschneidertes Layout. Was nach Psycho-Thriller aussieht ist nichts für Liebesgeschichten-Leser. Hier muss man sich stark an aktuellen Trends orientieren.

Helen:
Nutzt du bezahlte Werbemöglichkeiten? Wenn ja, welche und wie sind deine Erfahrungen damit?

Laura:
Gelegentlich buche ich Werbung auf Facebook (und Instagram). Allerdings würde ich nicht behaupten, dass dies eine nennenswerte Wirkung hat. Wer nur wenig Geld in die Hand nimmt, kommt mit seinem Content nicht gegen die Werbe-Pros an. Auch habe ich keine signifikanten Ergebnisse mit Anzeigen in Printmagazinen erzielen können. Hier muss wohl einfach das Budget stimmen.

Helen:
Wie kommen die Buchtrailer bei deinen Lesern an? Hälst du sie auch für sinnvoll, wenn man keinen eignene Youtube-Kanal verwaltet?

Laura:
Ich würde einen Buchtrailer auf Ebene eines gedruckten Lesezeichens oder einer Broschüre einordnen. Ein gutes Buch, dass zum richtigen Zeitpunkt erschienen ist und seine Leser begeistern kann, kommt auch ohne aus. Werbemittel aller Art sind einfach nice-to-have. Ich kenne viele Autoren, die ohne jede Werbung, ohne breite Fanbase oder Verlosungen und Co einen riesigen Erfolg haben. Ein Buchtrailer hat niemals den gleichen Stellenwert, wie beispielsweise ein professionelles Cover. Aber er ist ein nettes Goodie und kann sicherlich nicht schaden. Es sei denn, er ist schlecht produziert und schmälert letztlich den Wert des Werkes.

Helen:
Auf deinem Youtube Kanal findet man viele verschiedene Themen. Warum hast du dich nicht nur auf deine Autorinnentätigkeit beschränkt?

Laura:
Tatsächlich habe ich den Kanal erst kürzlich in zwei Kanäle aufgeteilt. Mein derzeitiger Hauptkanal ist eine eher »private« Spielwiese. Ein Videotagebuch, welches in erster Linie für mich selbst konzipiert ist. Auch wenn dieser Kanal irgendwann einmal offline geht, habe ich hunderte Videos, die meine Erlebnisse und Erfahrungen dokumentieren. Dieser Kanal war ursprünglich als DIY und Bücher-Kanal gedacht. (Aus Leser-Sicht). Erst mit der Zeit kam das Schreiben hinzu und das Ganze entwickelte sich zu einem filmischen Abbild meines Lebens. Irgendwann begann ich, auf Wunsch meiner Zuschauer, auch Self Publishing Inhalte ins Programm aufzunehmen. Ich drehte kleine Tutorials und berichtete über meine Erfahrungen mit dem Veröffentlichen von Geschichten. Ende letzten Jahres wurde es mir dann zu chaotisch und ich beschloss, die spaßigen und weniger ernsthaften Inhalte von den fachlichen Schwerpunktthemen zu trennen. Seither gibt es mein Privatleben mit Vlogs und Hobbies auf »The Loony Life« und alles aus den Bereichen Grafikdesign und Schriftstellerei auf »Laura Newman Books«.

Helen:
Wenn du dir eine perfekte Online-Marketing-Präsenz vorstellen würdest. Wie sähe diese für dich aus?

Laura:
Auf die Gefahr hin, das dies nun ziemlich repressiv klingt, würde ich sagen, dass etwas weniger Auswahl ideal wäre. Ich finde es anstrengend, dass ich meine Inhalte für zig verschiedene Plattformen und Kanäle aufbereiten muss und würde gerne alles in einer Anwendung vereinheitlichen. Natürlich davon ausgehend, dass ich hier auch alle meine Follower und potenziellen Follower erreiche. Tatsächlich bin ich jemand, der es hasst, zehn verschiedene Geräte, Accounts und Medien für die eigentlich immer selbe Sache zu nutzen. Heutzutage ist alles so kurzlebig und man verbringt oft mehr Zeit damit, sich auf Neuerungen einzustellen, als damit sein Kerngeschäft solide auszubauen.

Helen:
Hast du einen Tipp für Jungautoren, die gerade dabei sind sich eine Onlinepräsenz aufzubauen?

Laura:
Lauras Standard-Rat ist stets: macht euch schlau! 😉

Eine gute Internetseite hat man erst,wenn man sich auch mit Themen wie SEO, Tagging, CMS & Co befasst hat. Ein YouTube-Kanal bringt gar nichts, wenn man nicht auch ein paar Fakten über den YouTube-Algorythmus kennt und sich mit den gängigen Videoschnittprogrammen beschäftigt.

Es ist kein Vorteil, auf allen Kanälen vertreten zu sein, wen einem die Zeit, oder die Fähigkeit fehlt, jeden davon kontinuierlich zu befüllen. Lieber eine gut gepflegte Website und ein ästhetischer Instagram-Feed, als Facebook, Twitter, SnapChat & Co, ohne Inhalt und Konsequenz.

Veröffentlichung von Laura Newman