Martin Krist – Autor und Instagramnutzer

Martin Krist, geboren 1971, lebt in Berlin. Er arbeitete viele Jahre als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. 1997 hat er sich seinen Kindheitstraum erfüllt: Seitdem ist er als Schriftsteller tätig.

Nach mehr als dreißig Sachbüchern, darunter die Biografie über die Hamburger Kiez-Ikone Tattoo-Theo, die Punk-Diva Nina Hagen (ausgezeichnet mit der Corine 2003), den Rap-Rüpel Sido, die Grunge-Ikone Kurt Cobain und den gewaltlosen Rebellen Mahatma Gandhi schreibt er seit 2005 Krimis und Thriller.

Nach zwanzig Jahren als überzeugter Verlagsautor arbeitet er seit 2017 vorwiegend als Selfpublisher.

Zuletzt von ihm erschienen: »Hexenkessel«, Band 1 seiner Freak City-Serie sowie die Berlin-Thriller »Böses Kind« und »Stille Schwester«.

Martin Krist im Web

 

Martin Krist im Interview mit Helen Schmidt

Instagram ist eine Social-Media-Plattform zum Teilen von Bildern. Wie schaffst du es als Autor die passenden Bilder zu deinen Beiträgen zu erstellen?

Martin Krist: Das ist wie mit den Ideen für meine Thriller. Ich gehe mit offenen Augen durchs Leben. Ich entdecke Dinge, von denen ich glaube, dass sie einerseits interessant und teilenswert sind. Andererseits ist Instagram eine Art Tagebuch, mit dem ich festhalte, was mich als Autor ausmacht – meinen Schreiballtag, meine Bücher und deren Hintergründe, Recherchen, Lesungen, Messen, eine kreative Hunderunde durch den Park, ein Streifzug durch die Stadt, aber auch ein Cocktailabend in der Kneipe, gute Bücher, die ich lese, Serien, die ich gucke und anderen empfehlen möchte.

Welche Inhalte erwarten deine Follower auf Instagram?

Martin Krist: Was sie erwarten? Schwer zu sagen, dass habe ich sie nicht gefragt. Aber da mein Autorenalltag für meine Verhältnisse viel positive Resonanz erfährt, gehe ich davon aus, dass ich nicht ganz falsch liege mit meinen Inhalten.

Wie hältst du den Kontakt zu den Lesern oder ist Instagram mehr für die Bloggerconnection?

Martin Krist: Sowohl als auch. Eine Vielzahl Leser ist inzwischen auf Instagram und folgt mir genau deswegen – weil sie dort direkten Kontakt zu mir haben. Aber natürlich gibt es auch noch Facebook, meine Website, meinen Newsletter mit exklusiven Inhalten für treue Leser.

Selbstverständlich ist Instagram auch eine vortreffliche Plattform, um sich mit Bloggern zu vernetzen. Mein Gefühl sagt mir, bei Instagram trifft sich DIE Buchcommunity.

Worin liegt für dich der Anreiz dich auf Instagram auszutoben, im Vergleich zu Facebook?

Martin Krist: Instagram ist ein überwiegend visuelles Medium. Das macht es mir, dessen Zeit zum Lesen begrenzt ist, sehr leicht, up to date zu bleiben. Facebook dagegen ist mir oft zu textlastig, dank eines undurchschaubaren Algorithmus zu unübersichtlich – und mir mittlerweile auch zu altbacken. Um nicht zu sagen: langweilig.

Die Instagram-Suche funktioniert über die Verwendung von Hashtags. Hast du eine Liste mit Hashtags die du verwendest? Welche Wichtigkeit hat ein Hashtag für dich?

Martin Krist: Ja, ich habe tatsächlich eine Liste mit Hashtags, die ich regelmäßig verwende, weil sie zum einen eine Verbindung zu anderen Büchernarren herstellen, zum anderen aber auch direkt zu meinen Büchern führen.

Wie wichtig ist eine aktuelle Story? Welche Inhalte zeigst du deinen Followern dort?

Martin Krist: Nicht so wichtig. Ich poste dort ab und zu etwas Autorenalltag, teile dort auch sehr häufig Beiträge anderer, die sich mit mir oder meinen Büchern beschäftigen.

Aber die Fülle der Stories ist mir zu gewaltig und mir fehlt die Zeit, mir täglich die Stories aller anzusehen. Ich gehe davon aus, dass es anderen nicht anders ergeht, also lieber wenige Stories, dafür pointiert.

Außerdem erschließt sich mir noch immer nicht ganz, weshalb ich etwas in die Welt hinausposaunen soll, was nach 24 Stunden wieder verschwindet. Wenn etwas keinen dauerhaften Wert hat, wieso dann überhaupt?

Du repostest oft Beiträge von Lesern oder anderen Autoren, gehört das zum guten Ton bei Instagram?

Martin Krist: Ich reposte Beiträge, hinter denen ich selbst stehe. Einfach nur aus Gefälligkeit mache ich das nicht, guter Ton hin, schlechtes Benehmen her.

Wie erreichst du neue Follower auf Instagram?

Martin Krist: Indem Leser oder Blogger meine Bücher oder mich präsentieren, sodass andere auf mich aufmerksam werden. Und ich schalte Werbung.

Deine Werbeanzeigen sieht man vermehrt auf Instagram, lohnt sich die Anzeigenschaltung?

Martin Krist: Um neue Follower zu gewinnen – ja. Um unmittelbare Buchverkäufe zu generieren – da bin ich mir noch nicht sicher, ob das klappt. Die Investition scheint mir eher langfristig. Potentielle Leser werden auf mich aufmerksam, ich wecke ihr Interesse an meinen Büchern, irgendwann kaufen sie eines.

Wie empfindest du die Kommunikation mit deinen Followern?

Martin Krist: Sehr entspannt und freundlich. Allerdings mache ich mir nichts vor: Die #bookstagram-Community bewegt sich auch nur in einer Blase. Es gibt gewiss auch noch andere, hässliche Seiten auf Instagram.

Hast du ein Beitragskonzept oder postest du frei Schnauze?

Martin Krist: Ein bisschen von beidem. Ich habe feste Rubriken, die ich regelmäßig poste: #kriminellgelesen, in der ich gelesene Bücher rezensiere. #currentlyreading, in der ich meine aktuelle Lektüre vorstelle. #coverderwoche zeigt besonders schöne Buchcover. #workinprogress zeigt den Fortschritt an einem neuen Thriller. #berlinstyle präsentiert Fotos vom Handlungsort meiner Bücher. Und nicht zu vergessen gelegentlich ein #krimihund-Foto mit Bjella.

Mal ehrlich, hast du dir Bjella angeschafft um super süße Fotos posten zu können?

Martin Krist: Haha, nein, Bjella war lange vor Instagram da. Als ich aber vor Jahren mein erstes Bjella-Foto postete, war die Resonanz darauf groß. Seither wollen meine Follower immer neue Bilder der Eurasierhündin.

Hast du einen Tipp für andere Autoren die den Schritt zu Instagram noch scheuen.

Martin Krist: Nicht verkrampft, nicht gekünstelt, bleibt ihr selbst. Bleibt euch treu.

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